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Ratgeber

Die wichtigsten Rotwein-Rebsorten im Überblick

Aktualisiert: Juni 2026 | Lesezeit: 8 Min.

Hinter jedem Rotwein steht eine Rebsorte – oder mehrere – die den Grundcharakter prägen. Wer die wichtigsten Sorten kennt, kann beim Kauf gezielt nach seinem Geschmack suchen, statt sich durch Hunderte Etiketten zu raten. Dieser Überblick stellt die fünf bedeutendsten Rotwein-Rebsorten vor, vergleicht ihre Geschmacksprofile und hilft Ihnen, die passende Sorte zu finden.

Wichtig vorweg: Die Rebsorte gibt die Richtung vor, aber Klima, Boden und Ausbau formen den Wein zusätzlich. Trotzdem ist die Rebsorte der beste Ausgangspunkt für die Orientierung.

Was eine Rebsorte ausmacht

Eine Rebsorte ist die Traubenart, aus der ein Wein gekeltert wird. Jede Sorte bringt typische Eigenschaften mit: bestimmte Fruchtaromen, ein charakteristisches Tanninniveau, eine bestimmte Säure und einen typischen Körper. Ein Primitivo schmeckt grundlegend anders als ein Cabernet Sauvignon, weil die Trauben unterschiedliche Anlagen mitbringen.

Manche Weine bestehen reinsortig aus einer einzigen Rebsorte, andere sind Cuvées, also Verschnitte mehrerer Sorten, die sich ergänzen. Bordeaux-Weine etwa kombinieren oft Cabernet Sauvignon und Merlot. Auf dem Etikett steht meist, welche Rebsorte enthalten ist – das ist der wichtigste Hinweis auf den zu erwartenden Stil.

Primitivo, Dornfelder, Tempranillo, Merlot, Cabernet

Primitivo

Aus Apulien (Süditalien). Fruchtbetont, samtig und vollmundig, mit Aromen von dunklen Beeren, Pflaume und oft einer dezenten Süße. Weiche Tannine machen ihn besonders zugänglich – ein idealer Einstiegs-Rotwein.

Dornfelder

Deutsche Rebsorte, vor allem aus der Pfalz und Rheinhessen. Dunkel in der Farbe, fruchtig und weich, mit Noten von Brombeere und Kirsche. Gibt es trocken wie auch in lieblicher Variante – ein zugänglicher Klassiker.

Tempranillo

Spaniens wichtigste rote Rebsorte, Basis von Rioja und Ribera del Duero. Aromen von roter Frucht, Leder und Vanille (bei Holzausbau). Vielseitig: jung und fruchtig oder gereift und komplex.

Merlot

International verbreitet, Heimat Bordeaux. Weich, samtig und fruchtig, mit milden Tanninen und Noten von Pflaume und dunkler Kirsche. Sehr zugänglich, oft Partner des Cabernet in Cuvées.

Cabernet Sauvignon

Die wohl bekannteste rote Rebsorte weltweit. Kräftig, tanninreich und strukturiert, mit Aromen von Cassis, dunklen Beeren und würzigen Noten. Hohes Lagerpotenzial, jung aber oft herb.

Geschmacksprofile im Vergleich

Rebsorte Tannin Körper Aromen Herkunft
Primitivoweichvollmundigdunkle Beeren, PflaumeItalien (Apulien)
DornfeldermildmittelBrombeere, KirscheDeutschland
Tempranillomittelmittel–vollrote Frucht, Leder, VanilleSpanien
Merlotmild–mittelmittelPflaume, dunkle KirscheFrankreich, weltweit
Cabernet SauvignonkräftigvollmundigCassis, dunkle Beeren, Würzeweltweit

Welche Rebsorte für welchen Geschmack

Mögen Sie es fruchtig und weich, sind Primitivo, Dornfelder und Merlot die richtige Wahl – wenig Herbes, viel Frucht, einsteigerfreundlich. Suchen Sie Struktur und Kraft, greifen Sie zu Cabernet Sauvignon oder einem im Holz gereiften Tempranillo. Wer Vielseitigkeit schätzt, liegt mit Tempranillo richtig, da er sowohl jung-fruchtig als auch gereift-komplex angeboten wird.

Für die Kombination mit Essen lohnt sich der Blick auf den Körper: leichtere Sorten zu hellem Fleisch und Pasta, kräftige Sorten wie Cabernet zu Steak und Schmorgerichten. So finden Sie nicht nur den Wein für Ihren Gaumen, sondern auch den passenden Begleiter zum Teller.

Regionen und Klima

Das Klima prägt den Stil einer Rebsorte stark. In warmen Regionen wie Süditalien (Primitivo) oder Teilen Spaniens reifen die Trauben voll aus, was zu vollmundigen, fruchtigen und oft alkoholreicheren Weinen mit weichen Tanninen führt. In kühleren Regionen wie Deutschland (Dornfelder) bleiben die Weine frischer, schlanker und säurebetonter.

Auch innerhalb einer Sorte gibt es daher große Unterschiede: Ein Cabernet aus einem warmen Anbaugebiet schmeckt reifer und runder als einer aus einem kühleren. Deshalb lohnt es sich, beim Kauf nicht nur auf die Rebsorte, sondern auch auf die Herkunft zu achten – beides zusammen verrät am meisten über den zu erwartenden Stil.

Häufig gestellte Fragen

Welche Rotwein-Rebsorte ist für Anfänger geeignet?
Primitivo und Dornfelder sind besonders einsteigerfreundlich. Beide sind fruchtbetont, samtig und enthalten eher weiche Tannine, was sie zugänglich und unkompliziert macht. Tempranillo ist ebenfalls gut zugänglich. Tanninreichere Sorten wie Cabernet Sauvignon erfordern etwas mehr Gewöhnung, bieten dafür aber Struktur und Lagerpotenzial.
Was ist der Unterschied zwischen Merlot und Cabernet Sauvignon?
Merlot ist weicher, samtiger und fruchtiger, mit milderen Tanninen – dadurch sehr zugänglich. Cabernet Sauvignon ist kräftiger, tanninreicher und strukturierter, mit Aromen von dunklen Beeren, Cassis und oft einer würzigen Note. Cabernet hat mehr Lagerpotenzial, Merlot ist meist früher trinkreif. Häufig werden beide zu einer Cuvée kombiniert.
Welche Rebsorte hat die meisten Tannine?
Unter den verbreiteten Rotwein-Rebsorten gehört Cabernet Sauvignon zu den tanninreichsten. Auch Tempranillo aus dem Holzfass und manche Nero-d-Avola-Weine zeigen kräftige Tannine. Primitivo, Merlot und Dornfelder sind dagegen tanninärmer und weicher. Tannine geben Struktur und Lagerfähigkeit, wirken jung aber oft herb.
Bestimmt die Rebsorte allein den Geschmack?
Nein. Die Rebsorte gibt den Grundcharakter vor, aber auch Klima, Boden, Jahrgang, Reifegrad und Ausbau im Keller prägen den Wein stark. Ein im Holzfass gereifter Tempranillo schmeckt anders als ein junger, fruchtiger. Deshalb kann dieselbe Rebsorte je nach Herkunft und Machart sehr unterschiedlich schmecken.

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